Gemeinsam neue Perspektiven für das Haus der Natur Goldisthal entwickeln
Mit fünf Ja-Stimmen und einer Gegenstimme hat der Gemeinderat am 22. September 2026 den Weg für die Naturpark-Kooperation zum Erhalt des Hauses der Natur in Goldisthal freigemacht.
„Als Bürgermeister der Gemeinde Goldisthal freue ich mich, dass mit der Kooperationsvereinbarung mit dem Naturpark Thüringer Wald e. V. ein wichtiger Schritt für den Erhalt des Hauses der Natur gelungen ist. Nun gilt es, gemeinsam die notwendigen Schritte zu gehen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, um die beschlossene Schließung abzuwenden“, erklärt Kay Machold, Bürgermeister der Gemeinde Goldisthal.
Seit August 2025 ist die Geschäftsstelle des Naturparkverbandes in den von der Gemeinde Goldisthal angestoßenen Prozess zum Erhalt des Hauses der Natur eingebunden. Hintergrund ist die angespannte Haushaltssituation der Gemeinde. Aufgrund der drohenden Haushaltskonsolidierung musste Goldisthal am 30. Juni 2026 den Beschluss fassen, das Haus der Natur zum 31. Dezember 2027 zu schließen.
Damit soll der gemeinsame Prozess jedoch nicht enden. Der Naturpark Thüringer Wald e.V. und die Gemeinde wollen die kommenden Monate nutzen, um bis Ende 2027 ein tragfähiges Konzept und ein langfristiges Betreibermodell zu entwickeln. Ziel ist es, den Fortbestand des Hauses zu sichern und gleichzeitig eine Lösung zu finden, die zu einer haushalterischen Entlastung der Gemeinde beiträgt.
„Das Haus der Natur Goldisthal ist weit mehr als ein Museum. Als Naturpark-Informationszentrum, außerschulischer Lernort und touristischer Anlaufpunkt erfüllt es wichtige Aufgaben für die Region. Die Besucherzahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Einrichtung auch über Goldisthal hinaus Bedeutung hat. Dieses Potenzial sollte nicht verloren gehen. Deshalb wollen wir gemeinsam mit der Gemeinde und weiteren Partnern daran arbeiten, eine tragfähige Perspektive für das Haus zu entwickeln“, erklärt Dr. Gerald Slotosch, Geschäftsführer des Naturpark Thüringer Wald e. V.
Naturpark-Informationszentrum mit besonderem Potenzial
Das Haus der Natur ist bereits als Naturpark-Informationszentrum Bestandteil des Informations- und Besucherlenkungssystems des Naturparks Thüringer Wald. Im Rahmen der Kooperation soll diese Funktion langfristig gesichert und inhaltlich weiterentwickelt werden. Die fachlich und pädagogisch gestaltete Ausstellung mit ihrer besonderen Themenvielfalt bietet dafür eine wichtige Grundlage. Als außerschulischer Lernort kann das Haus Wissen über Natur und Landschaft vermitteln und Bildungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen schaffen. Gleichzeitig besitzt es touristisches Potenzial und ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Besucherinnen und Besucher der Region.
Der Naturparkverband unterstützt die Gemeinde im Rahmen der vereinbarten Kooperation bei der fachlichen und konzeptionellen Weiterentwicklung. Dazu gehören die Initiierung und Begleitung geeigneter Projekte sowie der Aufbau langfristiger Organisationsstrukturen. Auch die Entwicklung von Partnerschaften und Qualitätsstandards für Bildungs- und Informationsangebote soll Bestandteil der Zusammenarbeit sein.
Gemeinsam mit Partnern Perspektiven entwickeln
Eine wichtige Rolle spielt dabei die regionale Vernetzung. Der Naturparkverband will seine bestehenden Kontakte zu Kommunen, Landkreisen, Vereinen und Verbänden – insbesondere aus den Bereichen Naturschutz, Landschaftspflege und Tourismus – in den Prozess einbringen.
„Für eine langfristige Lösung braucht es unterschiedliche Perspektiven. Der Naturpark kann dabei sein Fachwissen, seine Netzwerke und seine Erfahrungen aus der Umweltbildung und dem Naturtourismus einbringen. Gemeinsam mit der Gemeinde gilt es nun, aus diesen Möglichkeiten ein Konzept zu entwickeln, das fachlich überzeugt und auch langfristig tragfähig ist“, so Dr. Gerald Slotosch.
Die Zusammenarbeit knüpft an den Auftrag des Naturparks an, die Qualität des Naturtourismus und die Bildung für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Gleichzeitig entspricht die geplante Entwicklung dem Ziel, im Naturpark ein dezentrales Netz von Informations- und Bildungsangeboten aufzubauen.
Die nächsten Schritte bestehen darin, gemeinsam mit weiteren Partnern die inhaltliche und organisatorische Zukunft des Hauses zu konkretisieren und mögliche Betreiber- und Finanzierungsmodelle zu prüfen. Der gemeinsame Prozess soll bis Ende 2027 zu einer tragfähigen Lösung führen.
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