Gemeinsam für den Erhalt des Hauses der Natur Goldisthal

Naturparkverband unterstützt Mitgliedsgemeinde – jetzt sind alle Partner gefragt

Die angespannte Haushaltslage der Gemeinde Goldisthal könnte zur Schließung des Hauses der Natur Ende 2027 führen. Über entsprechende Einsparmaßnahmen berät der Gemeinderat am 30. Juni 2026. Für den Naturpark Thüringer Wald e.V. steht jedoch fest: Das Haus der Natur muss erhalten bleiben. Dafür braucht es jetzt das gemeinsame Engagement von Kommunen, Land, Fachinstitutionen und weiteren Partnern.

 

Das Haus der Natur Goldisthal ist weit mehr als ein kommunales Museum. Im Umkreis von rund 200 Kilometern gibt es keine vergleichbare Einrichtung, die am Beispiel der Schwarza die Flora und Fauna eines Mittelgebirgsflusses so anschaulich vermittelt. Die modern gestaltete Ausstellung richtet sich insbesondere an Kinder, Schulklassen und Familien und verbindet Naturbildung mit technischem Verständnis. Ein Alleinstellungsmerkmal ist zudem das große Freilandmodell eines Pumpspeicherwerks, das komplexe Zusammenhänge anschaulich erklärt.


Der Erhalt des Hauses der Natur ist realistisch – wenn jetzt alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung übernehmen“, betont Dr. Gerald Slotosch, Geschäftsführer des Naturpark Thüringer Wald e.V. „Die Ausstellung besitzt eine außergewöhnlich hohe fachliche und pädagogische Qualität. Es wäre ein großer Verlust für die Region, dieses Potenzial aufzugeben.


Der Naturpark Thüringer Wald e.V. unterstützt seine Mitgliedsgemeinde bereits seit längerer Zeit bei der Entwicklung eines tragfähigen Betriebskonzepts. Klar ist aber auch: Personal- und Betriebskosten von rund 80.000 Euro jährlich kann weder die Gemeinde noch der Verband zukünftig allein tragen. Eine dauerhafte Lösung kann nur gemeinsam mit weiteren Partnern gelingen.

 

Ein wichtiger Baustein ist die bessere Erreichbarkeit. Das Haus der Natur liegt im Schnittpunkt von drei Landkreisen, ein vierter grenzt unmittelbar an. Dennoch ist die Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr bislang unzureichend. Verbesserte Verbindungen aus den Kreisstädten Sonneberg, Hildburghausen, Ilmenau und Saalfeld könnten die Besucherzahlen deutlich steigern und den Zugang für Gäste und Schulklassen erleichtern.

 

Als außerschulischer Lernort leistet das Museum einen wichtigen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Gerade Schulen im ländlichen Raum benötigen verlässliche Unterstützung, um Themen wie Artenvielfalt, Ökologie und Naturschutz praxisnah vermitteln zu können. Hier sind Bildungs- und Umweltministerium gleichermaßen gefragt, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Der Naturpark arbeitet dabei eng mit dem Biosphärenreservat Thüringer Wald zusammen.

Die hohe Qualität der Ausstellung wird auch von Fachleuten bestätigt. So würdigte unter anderem Ingo Weidig, Leiter des Museums Kloster Veßra, die Einrichtung in einem Leserbrief vom 26. Juni 2026. Auch das Schullandheim am Bleßberg sowie zahlreiche Fachbesucher sehen das Haus der Natur als unverzichtbaren Bestandteil der regionalen Bildungslandschaft. Ergänzend könnten künftig auch Personalabordnungen oder Kooperationen mit Volkshochschulen zur Sicherung des Betriebs beitragen.

 

Darüber hinaus eröffnet die aktuelle Situation die Chance, neue Betreiber- und Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Der Naturpark Thüringer Wald e.V. steht hierzu bereits im Austausch mit politischen Entscheidungsträgern. Der Museumsverband Thüringen sowie regionale Museen haben ihre Unterstützung zugesagt. Auch die Stadt Neuhaus am Rennweg wird sich als erfüllende Gemeinde Goldisthals in den Prozess einbringen.

Ebenso wichtig ist die Einbindung der regionalen Wirtschaft. Unternehmen profitieren von attraktiven Kultur-, Bildungs- und Freizeitangeboten, denn sie stärken die Lebensqualität und sind ein wichtiger Standortfaktor bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Das Haus der Natur leistet damit einen Beitrag, der weit über seinen Bildungsauftrag hinausgeht.

 

Auch für den Tourismus besitzt das Museum eine zentrale Bedeutung. Die Region setzt verstärkt auf mehrtägige Aufenthalte und thematisch vernetzte Angebote. Gemeinsam mit den Museen der Landkreise Sonneberg, Hildburghausen sowie Saalfeld-Rudolstadt bildet das Haus der Natur einen wichtigen Baustein dieses Netzwerks. Sein Wegfall würde nicht nur das kulturelle Angebot schwächen, sondern auch die touristische Attraktivität und die regionale Wertschöpfung beeinträchtigen.

 

Der Naturpark Thüringer Wald e.V. wird in Abstimmung mit der Gemeinde Goldisthal über den Sommer alle relevanten Akteure ansprechen, um zeitnah einen gemeinsamen Gesprächstermin zum langfristigen Erhalt des Hauses der Natur zu organisieren. 
 

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Veröffentlichung

Di, 30. Juni 2026

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